Automatik-Führerschein und B197: Was ist erlaubt?

Mit B197 lernst du auf Automatik und darfst trotzdem Schaltwagen fahren. Voraussetzungen, Unterschied zu Schlüsselzahl 78, Vor- und Nachteile.

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Illustration: Automatik-Führerschein und B197: Was ist erlaubt?

Immer mehr Autos haben ein Automatikgetriebe – Elektroautos sowieso. Trotzdem möchten viele auch einen Schaltwagen fahren dürfen. Genau dafür gibt es seit April 2021 die Schlüsselzahl B197. Hier erfährst du, wie sie funktioniert und für wen sie sich lohnt.

Die drei Möglichkeiten im Überblick

VariantePrüfung aufDu darfst fahren
Klasse B (ohne Schlüsselzahl)SchaltwagenSchalt- und Automatikwagen
Klasse B mit Schlüsselzahl 78Automatiknur Automatikwagen
Klasse B mit Schlüsselzahl 197AutomatikSchalt- und Automatikwagen

Mit B197 hast du in der Klasse B also praktisch keine Einschränkung, obwohl du die Prüfung auf einem Automatikauto ablegst. Die Schlüsselzahl 197 ist EU-weit einheitlich geregelt.

Voraussetzungen für B197

Damit die Schlüsselzahl 197 eingetragen wird, brauchst du zusätzlich zur normalen Ausbildung:

  • Mindestens 10 Fahrstunden à 45 Minuten auf einem Schaltwagen im Rahmen deiner Ausbildung in der Fahrschule.
  • Eine Testfahrt von mindestens 15 Minuten auf einem Schaltwagen mit deinem Fahrlehrer. Er beurteilt, ob du das Schalten sicher beherrschst.
  • Eine Bescheinigung der Fahrschule über Schaltstunden und Testfahrt, die an die Prüfstelle bzw. Behörde geht.

Eine zusätzliche Prüfung beim TÜV oder bei der DEKRA auf dem Schaltwagen ist nicht nötig. Die eigentliche praktische Prüfung fährst du ganz normal mit Automatik. Die Schaltstunden sind keine Extra-Stunden „obendrauf“, sondern werden in deine Ausbildung eingeplant – sie zählen zu deinen Übungsstunden.

Vorteile

  • Einfacher Einstieg: Ohne Kuppeln und Schalten kannst du dich mehr auf den Verkehr konzentrieren – gerade am Anfang ein großes Plus.
  • Entspanntere Prüfung: Kein Abwürgen an der Ampel, kein falscher Gang im Kreisverkehr.
  • Trotzdem flexibel: Du darfst später auch Schaltwagen fahren, etwa das Auto der Eltern oder einen Mietwagen.
  • Zukunftssicher: Elektroautos und viele neue Verbrenner fahren ohnehin mit Automatik.

Nachteile und Grenzen

  • Wenig Schaltpraxis: Zehn Stunden machen dich nicht zum Profi. Wenn du später regelmäßig Schaltwagen fährst, plane ein paar Übungsfahrten ein.
  • Erweiterungen: Machst du später weitere Klassen wie BE oder Lkw-Klassen auf einem Automatikfahrzeug, kann dort eine Automatik-Beschränkung eingetragen werden.
  • Fahrschulauswahl: Die Fahrschule braucht sowohl ein Automatik- als auch ein Schaltfahrzeug.

Was ist mit der Schlüsselzahl 78?

Wer nur auf Automatik ausgebildet wird und keine Schaltstunden mit Testfahrt nachweist, bekommt die Schlüsselzahl 78. Damit darfst du ausschließlich Autos mit Automatikgetriebe fahren. Wer die Beschränkung später loswerden will, muss nach Angaben des ADAC eine praktische Prüfung auf einem Schaltwagen ablegen. Überleg dir deshalb vor der Ausbildung gut, ob du dir die Option aufs Schalten offenhalten möchtest.

Für wen lohnt sich B197?

B197 ist für die meisten Fahranfängerinnen und Fahranfänger eine gute Wahl: Du lernst entspannter und bleibst trotzdem flexibel. Wer sich das Schalten zutraut und später oft ältere Schaltwagen fährt, kann aber auch ganz klassisch auf dem Schaltwagen lernen. Sprich am besten mit deiner Fahrschule, welche Variante zu dir passt.

So läuft die Ausbildung mit B197 ab

  1. Bei der Anmeldung festlegen: Sag deiner Fahrschule gleich zu Beginn, dass du B197 möchtest. So kann sie die Schaltstunden passend einplanen.
  2. Grundlagen auf Automatik: Viele Fahrschulen starten auf dem Automatikauto, damit du dich zuerst auf Lenken, Blicktechnik und Verkehr konzentrieren kannst.
  3. Schaltstunden einbauen: Die mindestens zehn Stunden auf dem Schaltwagen verteilen sich auf die Ausbildung. Anfahren am Berg, Gangwahl und vorausschauendes Hochschalten gehören dazu.
  4. Testfahrt: Wenn du das Schalten sicher kannst, folgt die Testfahrt mit dem Fahrlehrer. Er stellt dir danach die Bescheinigung aus.
  5. Prüfung auf Automatik: Die praktische Prüfung fährst du mit dem Automatikfahrzeug. Nach dem Bestehen wird die Schlüsselzahl 197 im Führerschein eingetragen.

Theorie bleibt gleich

Für die Theorieprüfung spielt das Getriebe keine Rolle – die Fragen sind identisch. Mit unseren Übungsfragen, etwa zu Technik und umweltbewusstem Fahren, bist du in jedem Fall gut vorbereitet.

Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Fahrerlaubnis-Verordnung und die Fahrschüler-Ausbildungsordnung in ihrer jeweils aktuellen Fassung.

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