Praktische Prüfung Klasse B: Ablauf und Tipps

So läuft die praktische Fahrprüfung Klasse B ab: Dauer, Grundfahraufgaben, Bewertung, häufige Fehler und Tipps für einen entspannten Prüfungstag.

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Illustration: Praktische Prüfung Klasse B: Ablauf und Tipps

Die praktische Prüfung ist der letzte Schritt zum Führerschein. Seit 2021 gilt in Deutschland die sogenannte optimierte praktische Fahrerlaubnisprüfung. Sie ist etwas länger als früher und bewertet dein Fahren ganzheitlich. Hier erfährst du, was dich erwartet.

Voraussetzungen

  • Du hast die Theorieprüfung bestanden – und zwar innerhalb der letzten zwölf Monate.
  • Du hast die Pflicht-Sonderfahrten absolviert und deine Fahrschule hält dich für prüfungsreif.
  • Du bist frühestens einen Monat vor deinem 18. Geburtstag dran (beim begleiteten Fahren einen Monat vor dem 17.).
  • Du hast deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass dabei.

Wie lange dauert die Prüfung?

Für Klasse B dauert die Prüfung insgesamt mindestens 55 Minuten. Davon entfallen mindestens 30 Minuten auf die reine Fahrzeit im Verkehr. Die restliche Zeit gehört zu Vorbereitung, Grundfahraufgaben und Nachbesprechung. Ungefähr die Hälfte der Fahrzeit soll außerhalb geschlossener Ortschaften stattfinden.

Der Ablauf im Überblick

  1. Begrüßung und Ausweiskontrolle: Der Prüfer von TÜV oder DEKRA prüft deine Identität. Im Auto sitzen neben dir dein Fahrlehrer und hinten der Prüfer.
  2. Fahrtechnische Vorbereitung: Sitz, Spiegel und Lenkrad einstellen, anschnallen. Der Prüfer kann Fragen zur Technik stellen, etwa zur Kontrolle von Beleuchtung, Reifen oder Flüssigkeitsständen. Gut vorbereiten kannst du dich mit dem Thema Technik.
  3. Prüfungsfahrt: Du fährst nach den Anweisungen des Prüfers durch die Stadt, über Land und meist auch auf der Autobahn oder Kraftfahrstraße. Teilweise sollst du selbstständig nach Schildern fahren.
  4. Grundfahraufgaben: Sie werden in die Fahrt eingebaut.
  5. Fahrtechnischer Abschluss: Fahrzeug ordnungsgemäß abstellen und sichern.
  6. Ergebnis und Rückmeldung: Der Prüfer sagt dir direkt, ob du bestanden hast, und bespricht deine Fahrt.

Die Grundfahraufgaben

Bei Klasse B musst du drei Grundfahraufgaben fahren:

GruppeMögliche Aufgaben
Eine Aufgabe ausRückwärts nach rechts in eine Einmündung, Kreuzung oder Einfahrt fahren; rückwärts in eine Längsparklücke einparken
Zwei Aufgaben ausUmkehren (Wenden); Einparken in eine Quer- oder Schrägparklücke; Gefahrbremsung (Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung)

Welche Aufgaben drankommen, entscheidet der Prüfer. Üb deshalb alle Varianten in deinen Fahrstunden, bis sie dir leichtfallen.

Wie wird bewertet?

Der Prüfer beobachtet dein Fahren systematisch und dokumentiert es auf einem Tablet im elektronischen Prüfprotokoll. Bewertet werden typische Fahraufgaben wie Kreuzungen und Einmündungen, Kreisverkehre, Fahrstreifenwechsel, Kurven, Ein- und Ausfädeln oder das Vorbeifahren und Überholen. Dabei achtet er auf fünf Fahrkompetenzbereiche: Verkehrsbeobachtung, Fahrzeugpositionierung, Geschwindigkeitsanpassung, Kommunikation mit anderen sowie Fahrzeugbedienung und umweltbewusste Fahrweise.

Nicht jeder kleine Fehler führt zum Durchfallen. Entscheidend ist das Gesamtbild: Eine Häufung oder Wiederholung von Fehlern führt zum Nichtbestehen. Bei schweren Fehlern, die andere gefährden, wird die Prüfung dagegen sofort beendet. Auch besonders gutes Fahren wird notiert. Nach der Prüfung bekommst du eine schriftliche Rückmeldung – egal ob bestanden oder nicht.

Häufige Fehler

  • Vorfahrt missachtet – besonders bei „rechts vor links“ in Wohngebieten. Wiederhole dazu das Thema Vorfahrt.
  • Schulterblick vergessen beim Abbiegen, Anfahren oder Fahrstreifenwechsel.
  • Zu schnell, etwa beim Übergang in eine Tempo-30-Zone oder an Ortseingängen. Achte genau auf Verkehrszeichen.
  • Fußgänger übersehen an Überwegen oder beim Abbiegen.
  • Zu zögerlich fahren: Wer ohne Grund stehen bleibt oder viel zu langsam fährt, behindert andere – auch das wird bewertet.

Wenn es nicht klappt

Durchfallen ist ärgerlich, aber kein Drama. Die Prüfung kann in der Regel frühestens nach zwei Wochen wiederholt werden. Nutze die Rückmeldung des Prüfers, um mit deinem Fahrlehrer gezielt an deinen Schwachstellen zu arbeiten.

Unsere Tipps

  • Prüfungsfahrt simulieren: Bitte deinen Fahrlehrer um eine Vorprüfung unter echten Bedingungen.
  • Laut nachfragen: Wenn du eine Anweisung nicht verstanden hast, frag nach. Das ist erlaubt und kein Fehler.
  • Fehler abhaken: Ein kleiner Patzer ist kein Grund zur Panik. Konzentrier dich auf die nächste Situation.
  • Nervosität im Griff: Tipps dazu findest du im Ratgeber Prüfungsangst.

Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Fahrerlaubnis-Verordnung (Anlage 7) und die Prüfungsrichtlinie in ihrer jeweils aktuellen Fassung.

Weitere Ratgeber